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Eines meiner Lieblingsbilder hat mich schon durch mehrere Wohnungen begleitet. Jetzt hängt es in unserer Küche. Es ist gerade mal postkartengroß, bereits etwas verblichen und stammt aus einem Kunstkalender. Ich glaube, von 1994.
Es zeigt einen Wecker, der auf kurz nach 11 steht, ein Buch, eine Kokosnuss im Hintergrund, zwei Apfelsinen am linken Rand und eine angeschnittene Melone, von der eine Scheibe saftig dem Betrachter ins Auge lacht und die mich nicht nur an die Freuden des Gaumens denken lässt. Unter allem verläuft ein Banner: „Qué bonita es la vida, cuando noi da de sus riguezas“. Ich kann kein Spanisch, aber soviel verstehe ich. – Wie schön das Leben ist, wenn es uns von seinen Reichtümern schenkt.
Ein Blick auf dieses Bild lässt mir immer wieder Kummer und Sorgen vergehen. Vergänglichkeit kann auch tröstlich sein. Vorhandener Kummer und Sorgen werden vergehen. Und machen Platz für die schönen Seiten des Lebens. Ich spüre, wie mir schon beim Schreiben dieser Worte Tränen in die Augen steigen, weil mich die Schönheit des Lebens so überwältigt. Was braucht es mehr? Muße, etwas Zeit, vielleicht eben gerade das Bewusstsein der Vergänglichkeit, damit wir das Leben auch genießen können. Ein gutes Buch. Leckere, frische Köstlichkeiten, die uns nähren. Und was ist köstlicher als die Sinne genießen zu lassen? Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen. Etwas Grundlegendes scheint das Bild zunächst nicht zu zeigen: Freunde, Beziehungen, Seelenverwandte. Aber selbst das können diese paar abgebildeten Früchte versinnbildlichen. Jeder Mensch so unterschiedlich wie die Früchte hier und doch vereint. Essen als geselliger Akt. Ein Buch kann man vorlesen. Das Buch des Lebens wird von vielen Menschen mitgeschrieben. Sinnlichkeit zu mehreren genießen. Und so finde ich hier alles vereint, das mich durch dunkle Zeiten trägt. In einem kleinen Bildchen, einem Abdruck von einem Kunstwerk. Danke, Frida Kahlo.

 

Lass mich dich noch einmal leise über das Parkett tapsen hören
Lass mich dich noch einmal um die Ecke streichen sehen
Lass mich dich noch einmal deine Krümel knuspern hören
Lass mich dir noch einmal über dein weiches Fell streicheln, vom Kopf bis zur Schwanzspitze
Lass mich noch einmal aufschrecken, wenn du Motten jagst, mitten in der Nacht
Lass mich die Schranktüren noch einmal klappern hören
Lass mich noch einmal von deinem Teppichflappen genervt sein
Lass mich noch einmal dein tiefes, entspanntes Brummen hören

Bounce noch einmal mit deinem Kopf gegen mich
Kipp noch einmal mit dem ganzen Katzenklo um
Spring noch einmal auf das Waschbecken
Trink noch einmal aus dem Wasserhahn
Kratz noch einmal an der Tür
Stürz dich noch einmal auf die Tropfen in der Dusche
Komm noch einmal über mein Bett gestiefelt
Halt mir noch einmal deinen Hintern ins Gesicht, morgens, kurz vor fünf, wenn dir langweilig wird
Kuschle noch einmal auf der Decke abends auf dem Sofa

Lass uns noch einmal „alle drei zusammen“ spüren

Feininger 23.04.2004 – 24.03.2016
lovliest cat ever
Mögest du an einem sonnigen, warmen Plätzchen ruhen
<3

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Ich sah mich
Einen Moment lang
Doch er zog vorüber
Ich sah mich blitzen
Einen Moment lang
Und ich wusste:
Ich bin da
Hier stehe ich
Ich steige hinzu
Und fahre vorbei
Mit dem Moment

Still, nur das Rauschen
Von Wellen und Wind
Ein wenig Möwengeschrei
Und Mauersegler jagen weit oben
Landeinwärts
Lichtreflexe
Zitternd
Flimmernd
Von den Wellen
Spielen in deinem Gesicht
Zeichnen
Ihre Schrift auf deine Netzhaut
Geheime Zeichen
Von Kommen und Vergehen
Die Finger im Sand
Stellen von Kies
Du lässt einen flachen Stein über die Wellen springen
Zieht er zwei Kreise oder fünf
Ehe er untergeht
Um sich weiter runden zu lassen
Von der beständigen Kraft
Dem Atem der Erde

Steinerne Rosen