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Vom Nebel des Lebens umgeben

So wandere ich still am Berg

Und weiß nicht so recht, wo ich bin

Die Nebelschwaden, sie träumen mich

Auf der Suche nach Schönheit und Sinn


Wie sehn ich mich nach dem Gipfel

Wo den Überblick ich gut hab

Die Erinnerung daran, sie trägt mich

Im Traum auf ihren Schwingen empor

Durch Wälder in Nebelschwaden

Bis zum Gipfelkreuz mit der guten Sicht


Ach, möge ich immer träumen

Bis die Kraft des Lebens

Mich trägt in den Traum hinein

Mit einem sanften Erwachen

Ach, ei, das wäre gar fein


Solange die Nebelwanderung noch dauert

Fühl und lausch ich tief in mich rein

Üb mich weiter in Selbst-Liebe und Vertrauen

In des Lebens großes Sein

vision einer perle

Lass mich noch einmal schlafen
Und träumen den großen Traum
Die Perle will noch reifen
Bevor sie wandert auf den Saum

Vielleicht noch zwei, drei Nächte
Die Perle ist wirklich groß
Sie glänzt ganz wunderbar muttern
Und vatern – was meint das bloß

Treffen die zwei aufeinander
Wird aus dem Ich ein Wir
Das dauerhaft hält zusammen
Und rund wird aus mir und dir

Dann öffne ich die Augen
Viel bunter ist jetzt die Welt
Alles leichter und erreichbar
Ich selbst als mein strahlender Held

Doch ist das dann noch wichtig
Ganz sicher bin ich mir nicht
Auf jeden Fall erfüllt mich
Dann ganz das innere Licht

















die selbsterkenntnismaschine schläft

Wie ein Medikament das Wesen verlangsamt

Wie es ist, nicht ständig Selbsterkenntnisse zu haben und diese in sich wirken zu spüren, das kann ich gerade erkunden. Vielleicht ist das der Sinn der jetzigen Episode unter meinem Medikament, dem Wirkstoff Aripiprazol. Es ist ein bisschen wie ein Loch, in das man nach getaner Arbeit fällt. Das Lernen für die große Prüfung oder die Vorbereitungen für ein größeres Projekt auf der Arbeit sind vorbei. Was tun mit der freien Zeit? Es ist auch ein bisschen wie Liebeskummer. Die Zeit, die man sonst mit seiner/seinem Liebsten verbracht hat, ist nun weg. Die Erinnerung bleibt. Um nicht in diesem Mangelgefühl hängen zu bleiben, konzentriere ich mich möglichst auf das, was ich bereits erlangt habe. Und die Zeit lässt sich zumindest teilweise mit Aufarbeiten der oft viel zu schnell erlangten Selbsterkenntnisse füllen. Es tut ganz gut, dass ich in den eigenen Gedichten und Texten nachlesen kann, was zu einem gewissen Zeitpunkt gerade da war und noch immer wirkt. Die größte Herausforderung ist und bleibt die Selbstliebe während der Medikamenteneinnahme. Es tut schon sehr weh, zu sehen, wie sehr sich der Schreibstil verändert oder zu spüren, dass die Poesie nicht mehr so sprudelt. Die Kreativität allgemein erlahmt, etwas mit dem ich sehr identifiziert bin. Immer wieder ist es das energetische Klopfen, das mir dabei weiterhilft, in der Selbstliebe zu bleiben.

Ein anderer Punkt ist, den „Winterschlaf“ zu nutzen, um mich fortzubilden. Das fällt mir in dieser Zeit zwar auch schwerer als in der Aktivität des „Sommers“, aber es ist nicht unmöglich.

Einen kleinen Fortschritt gibt es im Alltagsleben: Zumindest habe ich in der Sache des zeitweisen Medikamentengebrauchs nun ein Zugeständnis meines neuen Arztes. Er hat mir zugesagt, dass er mich dabei begleiten würde, sollte ich einmal wieder das Medikament absetzen wollen. Wie diese Begleitung im konkreten Falle aussehen wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber es ist ein kleiner Schritt nach vorne. Ich konnte aufrichtig bleiben, zu meiner Meinung stehen und es ist positiv ausgegangen. Der Kopf ist noch dran. Vielleicht ist das ja auch eine Art Ernte des langwährenden Prozesses von Selbsterkenntnissen und deren Integration in das Gesamtsystem meines Wesens. Eine Art Charakterbildung.

kleiner Vogel Hoffnung

Kleines Fünkchen Hoffnung
Entflammst du?
Werde ich es schaffen
Dich über den Fluss zu tragen?

Kleiner Vogel Hoffnung
Heilt dein Flügel?
Wirst du im Sommerwind
Wieder Pirouetten schlagen?

Kleine Krume Hoffnung
Mehrst du dich wundersam?
Wird deine reiche Nahrung
Dem Leben wieder Freude sagen?

Ja, ich bin da und ich wachse beständig
Wenn du mich lässt, dann werd ich lebendig

Hier und Jetzt
Ist alles gut
Es gibt nichts zu meckern
Aber auch keinen Mut
Es gibt Sehnsucht
Nach alten Tagen
Gedanken
Die nach Freiheit jagen
Doch nur im Untergrund
Abgeschirmt, tonlos

Vielleicht
Ein anderes Mal
Zu tief
Droht noch das Stimmental
Hier und Jetzt
Ist alles gut
Es gibt nichts zu meckern
Aber auch keinen Mut

Vielleicht ein anderes Mal

Sonnenaufgang

An den Perfektionismus
Ich will dich nicht mundtot machen, aber bitte halt´s Maul
Deine Sprüche sind zynisch, fies, frech und faul
Sag, wie kann ich auch dich zum Herzen noch führen?
Die Liebe dann kannst du bedingungslos spüren
Du bist nicht dumm, doch wie kann deine Stimme mir nutzen?
Sie fordert absolute Reinheit, den Feind vom Gutsein
Das Leben des Menschen ist beides, boshaft und gut
Die Waage zu halten, das macht mir Mut
Vielleicht kannst du meine Wächterin fürs Gleichgewicht sein?
Eine Seiltänzerin mit Regenschirm, ja, das wär´ fein
Das braucht noch viel Übung, na, dann, exercise
Aha, deine Stimme wird freundlicher und leis
Das Seil liegt am Boden, es gibt dir den Grund
Den Balanceakt zu üben, bitte, halt nicht den Mund
So bist du mir sympathisch, so kann mein Herz dich nehmen
Kennt ihr euch erst besser, kannst du dich weiter rauslehnen
Das Seil höher hängen, Pirouetten drehen
Kunststückchen lernen, nur nicht überdehnen
Das alles braucht Zeit, bitte nicht mein ganzes Leben
Wir sind alle Meister, die üben – es wird sich ergeben… es wird sich ergeben

Kundalini-Schlange

Kundalini – das ist die Kraft der Schlange, die in jedem von uns schlummert und die uns mit ungeahnten Kräften und Fähigkeiten erfüllen kann. Wenn man vorbereitet ist…
Als ich zum ersten Mal von diesem Phänomen erfuhr und was es bedeutete, bin ich aus meiner Psychose-Wolke gefallen. Auch wenn ich innerlich das Gefühl hatte, dass in mir etwas Größeres und durchaus Gutes in Gang war, so war ich vorher insbesondere damit befasst, mich mit meiner Krankheit auseinanderzusetzen. Denn so wurde ich in meinem Umfeld gesehen: als krank. War ich hauptsächlich dabei, mich selbst zu bemitleiden und mit dem Kranksein irgendwie ein Stück Lebensfreude zu haben, so rückte dieses Phänomen alles wieder gerade in mir. Nicht, dass die durchaus krankhaften Züge in mir völlig weggeblasen wären. Aber ein tiefes Verstehen und Staunen setzte ein. Ein „Ach-soooo-Gefühl“. Den Blick auf die Schätze zu werfen, die da in uns vorhanden sind, ist doch viel erfreulicher und sowieso auch effektiver. Zum Beispiel habe ich in der letzten Zeit viel über Chakras gelernt. Und dass viel Wahrheit in der Chakrenlehre steckt. Und ich hatte zuvor überhaupt keine Ahnung davon. Wirklich null…
Mehr zur Kundalini-Kraft erfahrt Ihr hier.

Ein Vogel, schwarz-weiß,
kündigt den Frieden in dir an
fliegt über die Bahn
einen Zweig im Schnabel
Du grüßt ihn freundlich
Vielleicht lässt er sich jetzt
In deiner Nähe nieder

Vor den Augen des Lichts
Freundest du dich mit dem Boden an
Wirfst dich auf die Knie
Wälzt dich auf dem Rücken
Windest, überwindest dich
Hände, die tasten
Den Boden unter sich
Glatt und warm ist er
Niemand tritt nach
Kein Lachen erschallt
Würmer, Asseln, egal
Tief weiter unten
Fallen über andres her

Vor den Augen des Lichts
Bewegst du dich zitternd zu Musik
Erhebst dich wieder
Kommst auf die Knie
Auf die Füße zurück
Stehst neu, frisch wie ein Fohlen
Auf deinen Beinen
Bestaunst das Wunder, dass sie dich tragen
Wohin der Weg dich führt
Wohin du willst
Wohin du deinem Herzen folgst

30.03.2011

Alle Teile in Bewegung
Schwingung, Wallung
Bis zum Kochen
Dampf steigt auf
Und schlägt sich nieder
In kleinen Tropfen
Die sich in neuer Form
Zusammen finden

03/2011