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Lass mich dich noch einmal leise über das Parkett tapsen hören
Lass mich dich noch einmal um die Ecke streichen sehen
Lass mich dich noch einmal deine Krümel knuspern hören
Lass mich dir noch einmal über dein weiches Fell streicheln, vom Kopf bis zur Schwanzspitze
Lass mich noch einmal aufschrecken, wenn du Motten jagst, mitten in der Nacht
Lass mich die Schranktüren noch einmal klappern hören
Lass mich noch einmal von deinem Teppichflappen genervt sein
Lass mich noch einmal dein tiefes, entspanntes Brummen hören

Bounce noch einmal mit deinem Kopf gegen mich
Kipp noch einmal mit dem ganzen Katzenklo um
Spring noch einmal auf das Waschbecken
Trink noch einmal aus dem Wasserhahn
Kratz noch einmal an der Tür
Stürz dich noch einmal auf die Tropfen in der Dusche
Komm noch einmal über mein Bett gestiefelt
Halt mir noch einmal deinen Hintern ins Gesicht, morgens, kurz vor fünf, wenn dir langweilig wird
Kuschle noch einmal auf der Decke abends auf dem Sofa

Lass uns noch einmal „alle drei zusammen“ spüren

Feininger 23.04.2004 – 24.03.2016
lovliest cat ever
Mögest du an einem sonnigen, warmen Plätzchen ruhen
<3

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Ich sah mich
Einen Moment lang
Doch er zog vorüber
Ich sah mich blitzen
Einen Moment lang
Und ich wusste:
Ich bin da
Hier stehe ich
Ich steige hinzu
Und fahre vorbei
Mit dem Moment

Ich bin

Still, nur das Rauschen
Von Wellen und Wind
Ein wenig Möwengeschrei
Und Mauersegler jagen weit oben
Landeinwärts
Lichtreflexe
Zitternd
Flimmernd
Von den Wellen
Spielen in deinem Gesicht
Zeichnen
Ihre Schrift auf deine Netzhaut
Geheime Zeichen
Von Kommen und Vergehen
Die Finger im Sand
Stellen von Kies
Du lässt einen flachen Stein über die Wellen springen
Zieht er zwei Kreise oder fünf
Ehe er untergeht
Um sich weiter runden zu lassen
Von der beständigen Kraft
Dem Atem der Erde

Dies ist ein Berg mit dreierlei Spitzen
Und ich kann sie alle erstürmen
Ich stehe vorm Ganzen und blicke hoch
Seh´, wie sie sich vor mir türmen
Mache dich auf, du, mein Hasenherz
Streiche ein letztes Mal über dein Fell
Tu einen Schritt aus dir heraus
Nimm einen Schluck aus dem Lebensquell
Und werde zum weißen Adler
Unter fast rundem Mond, leuchtend, ganz hell

Dann breite deine Schwingen aus
Erhebe dich über Baumkronen
Mach dich auf zu dem Höhenflug
Hin, wo Träume und Vergebung wohnen
Lass eine Feder hier als Pfand
Der Schnee dort oben liegt hoch
Blendet das Auge
Ist Trügerisch, doch
Birgt auch hohe Belohnung
Wie sie kein irdisch König vermocht

Der Adler steigt auf, in die luftige Welt
Wo Himmelsbläue ihn umgibt
Wo es Hänge, Klüfte, Bäche zu schauen gilt
Die Erhabenheit des Seins sich verschiebt
Von der ersten Spitze schaut er ins Land
Wolkenweite und Tal unter sich
Von der zweiten Spitze erblicket er
Vergebung und Milde für sich und für dich
Die dritte Spitze nun zeiget ihm
Die Liebe im Herzen auf ewiglich
Die Liebe im Herzen auf ewiglich

Es regnet.
Regentag.
Aus dem Auto steigen
Zwei junge Männer,
fröhlich und
erwartungsstark.
Packen aus dem Kofferraum
Ihre Ausrüstung heraus.
Ein großer Schirm, zwei Angelruten,
ein Bier für jeden.
Kichernd zwinkern sie mir zu
Zwei Verschworene
Die das größte Geheimnis teilen.
Später gehe ich wieder vorbei.
Ich sehe sie sitzen
Unterm Schirm
Der in Tarnfarben strahlt
Von wahrer Schönheit.
Von dem größten Geheimnis.
Verbundenheit.

Ich schau ihnen zu.
Ein Rätsel für mich.
Ein schönes, fürwahr,
doch sicherlich lösbar
Im Ich mit dem Du.

Ich schau ihnen zu.
Wünsch mir dich hier.
Das Rätsel zu lösen.
Aus Ich, Du wird Wir.

Mit schimmernden Augen schauen wir
Auf die elektrisch leuchtende Bahn
Und danach, mit schimmerndem Blick,
Schauen wir uns zärtlich an.
Du küsst mir sanft auf die Stirn,
Reibst deinen Bart an mir.
Eine Mücke führt ihren Tanz
Um uns herum.
Wir verharren als Naturdenkmal
Für diesen Augenblick.
Die Feldlerche singt
Letzten Gruß für heute
Im Dämmerlicht.
Die meisten Flieger schlafen schon.

Steinerne Rosen

Einer dieser Momente,
wenn der Küchentresen wieder auf Augenhöhe ist.
Du scheinst zu schrumpfen,
wirst wieder klein.
Nah an der Erde,
dem Himmel so fern,
ist alles, was zählt,
dein Tun und dein Sein.
Du spielst auf dem Boden,
formst Kugeln daraus
und Würste, die du
auf dem Brettchen verkaufst.
Der Vater bezahlt mit Schokoladengeld
Heute vielleicht auch dein Mann
Jedenfalls dein goldener Held.
Irgendwann wächst du wieder
Der Himmel nähert sich
Du schüttelst dich kurz durch,
gehst
Und deckst in Gedenken an deine Kindheit den Balkontisch.

Moment des Glücks
Die Welt steht still
Zwischen zwei Rillen in der Musik
Entsteht Stille in dir
Steigt auf
Weitet sich aus
In diesem Augenblick
Moment des Glücks
Ein Ring
Von Fröhlichkeit um dich
Bebt die Musik durch dich hindurch
Endlose Vibration
Steigt auf
Weitet sich aus
Moment des Glücks
Berührung
Wenn zwei Arme sich streifen
Freundes Umarmung
Verbinden sich Herzen
Steigen Worte auf
Weiten sich aus
Verbinden dich
Mit der Außenwelt