Fußstapfen in Pfützen
Mit spritzendem Wasser
Eis knirscht unter testendem Fuß
Lust spüren
Das Kämmen der Haare
Aufstehen, sich aufraffen, zur Arbeit gehen
Den Nagel einschlagen in die Wand
Ein Bild daran aufhängen
Vielleicht selbst gemalt
Das Fell einer Katze
Unter streichelnden Fingern gespürt
Tintenfeder formend auf Papier
Ein Wort geschrieben, gelesen
Ein Mund geöffnet
Ein Wort gesprochen, gehört
Ein Wort, die Seele gesund zu machen

Drei Töne kreisen weit droben im Blauen
Spielen mit kalter Höhen Luft
Segeln scharf, trudeln und fangen sich
Ziehen in perfekter Gleichsamkeit miteinander
Um auseinanderzustieben
Ohne sich zu verlieren
Schau, Auge, die Punkte weit droben
Nähern sich, nehmen Form an
Entfernen sich
Frei
Kaum auszumachen in der Weite

Stumm
Worte
Gedacht
Stecken im Kopf
Stecken im Herzen
Stecken im Bauch
Knoten in der Zunge
Ein Würgen im Hals
Schmerz in der Seele
Ein Schrei
Nie geschrien
Nur die Augen sprechen
Können töten
Können streicheln
Können lieben
Ein Blick
Eine Geste
Abhängig davon
Gesehen zu werden
Finger, die tippen
Die schreiben
Abhängig davon
Gelesen zu werden

Zwei Enten, gründelnd in der Grundwasserlache
Auf dem Acker
Ein Feld voller Schwäne
Ein Mann füttert Pferde
Zwei Angelteiche
Die Stadt
Ein Bahnhof
Kulissen von Häuserfassaden
Verschieben sich beim Einfahren gegeneinander
Das Hochhaus im Hintergrund zieht mit
Wie der Mond
Von dem ich als Kind nie glauben konnte
Dass er nicht nachts fest am Himmel stünde
Stillstand
Leute steigen aus
Leute steigen ein
Die Fahrt geht weiter
Gewinnt an Geschwindigkeit
Neue Häuserfassaden verschieben sich
Ein Bahndamm
Konturen verwischen
Werden zu Farben
Zu einer Welt
Aus Linien

Am Hang im Grünen
Unterm Turm
In Wärme
Von Wärme umgeben
Sonnt sich der freie Geist
In kleinen Inseln
Singt, zupft, lacht, jongliert
Träumt, picknickt
Sammelt Pfandgut
Zeigt sich, lässt sehen
Manchen Zorn des Herzens
Als bunte Strähne im Haar
Doch ungebremst im Hier und Jetzt
Im Sommer
Unterm Turm.

Ich wäre gerne…
…Mutter, Autorin, Sprachwissenschaftlerin,Psychotherapeutin,Neurowissenschaftlerin, forscher, allwissend, Schauspielerin, Künstlerin, Informatikerin, Kräuterhexe, Einsiedlerin, Biogärtnerin, etwas dünner, lustiger, Dozentin, schlagfertiger, Hörspielproduzentin, Sprecherin, Tontechnikerin, Regisseurin, intelligenter, einladender, diplomatischer…

…ich glaube, ich lasse mich klonen. Und bis dahin benutze ich mein Herz als Kompassnadel und bin… einfach ich…

29.11.2015

Durch rauchige Nächte
Treibt die wilde Jagd
Die Schatten meines Ichs
Die Schatten aus einer vergangenen Welt
Aus verdrehten Wünschen und Hoffnungen
Namenlos treibt es sie
Ziehen sie vorbei
Und bringen mir Angst, Schmerz und Qual
Was einst Freude und Höhenflug war
Führt nun zu meinem tiefen Fall
Klarheit und Verwirrung wechseln sich ab
Tanzen in wildem Reigen
Ich schau allem zu
Leicht fassungslos
Vielleicht soll mir das etwas zeigen
So denke ich nach
So lasse ich los
Ein ständiges Auf und Ab
Klimmzüge sind leichter
Doch komm ich hier durch
Bin ich neu und wunderbar stark.

Ich lehne am Pfeiler
Ganz einsam und klein
In mir das Sehnen meiner Seele
Eine Lücke ist dort
Und ein Haken
Ganz fein
Und sagt mir
Dass irgendetwas fehle
Weiß ich doch fast
Dass ich selber es bin
Bin immer noch nicht ganz
Vielleicht wie das Möbelstück
Das sonst zu perfekt

Eine Kerbe darin
Zeugt von Respekt
Für das Höhere Selbst –
Unfassbares Glück.

Drinnen wie draußen
Schnee fällt, rieselt
Bedeckt die Welt
Dämpft Straßenlärm und Geschnatter
Lädt ein zum Schlafen
Sich bedecken lassen
Lädt ein zum Spielen
Schneeballschlachten
Lädt ein zum Staunen
Bekanntes weiß verfremdet
Was ist draußen?
Was ist drinnen?

Von Wärme, von Freunden umgeben,
schwebt die Liebe durch den Raum.
Lädt die Selbstbestrafung aus.
Spielfreude.
Ein Glitzern in den Augen.
Aufgehen im Schwingen des Instruments.
Coming out der Freude.