Mystischer Sonntag
Aufnahmebereit
Offen und neu
Begegnung mit Gespräch
Im Stadtpark
Kontakt mit der alten, verdrehten Kastanie
Energie, die fließt
Blicke schweifen
Im Libellenflug
In den blauen Himmel

Wo kommt das alles plötzlich her?
Ich wünschte so, Ich wäre leer.
Ich scheißt Ich aus und spült Ich runter.
Das, was dann da ist, ist ein bunter
Strauß All-Einheitsdenkerei,
der von sich annimmt, er sei frei,
durch eine Welt aus Linien wabert,
entrückt lächelnd Klugscheiß labert,
in Wirklichkeit aber, jedoch
auf der Suche ist in jedem Loch
nach seinem Selbst, dem einzig wahren,
begrenzt von Haut, vielleicht auch Haaren.
Drum schaut er stracks in Kläranlagen
Im Schlamm nach seinem Ich zu fragen.
Um Ich schließlich, nach dem Finden,
neu zu formen, neu zu verbinden.
Nur, um dann, nevertheless,
neu zu starten den Prozess.

Wenn ich nicht weiß,
wohin mit mir,
mit meinen Gedanken,
wohin,
kein Ziel vor Augen habe,
nur Unklarheiten,
Halbwahrheiten,
Glücklichsein suche,
nicht warten kann aufs Finden.

Dann fang ich an zu kreisen,
fang ich an, mich zu verlieren.
Der Blick kann nicht verweilen,
übersieht die Tür.
Lauf ich gegen Wände,
schlag die Stirn mir ein.
Erschöpfe mich mit Taten,
bin ich wieder klein, allein.

Erst dann,
wenn ich ohnmächtig,
gelingt Loslassen mir.
Kann ich nicht mehr suchen.
Findet Glücklichsein zu mir.

Grimmig ging ich zum Ortsamt.
Lokomotivengleich dampfend, stampfend.
Wieder ein Schritt auf die Freiheit zu.
Nach Warten in der Schlange, einer kurzen Änderung, komm ich wieder raus.
Meine Schritte verlangsamen sich. Fühle mich erschlafft. Aller Antrieb dahin.
Hab mich durchgesetzt gegen schlechtes Gewissen. Für mich eingesetzt, für mich, endlich.
Setze mich am Kanal auf eine Bank und atme. Ein…Aus…Lösen…
Geflattere der Wasservögel.
Muttis mit kleinen Kindern.
Liegewiesenhocker.
Werde nie verstehen, wie man sich so direkt in die Sonne knallen kann.
Darf nicht-verstehen-können.
Kein Handy dabei, kein Internet, nur ein leeres Buch.
Verlangsamtes Tempo, tut das gut.
Werde mich jetzt im Augenblick verlieren ~ ~

Ich bin heute rausgegangen
Hab mich auf eine Bank gesetzt
Hab Gedanken nachgehangen
Die Bank fast mit Tränen benetzt
Bin dann wieder aufgestanden
Entschlossen, nach Haus zu gehen
Tränen in mir, abgestanden
Gären noch, später doch
Lass ich sie sehen.

Ich lebe im Jetzt. Es ist alles, was Hier ist.
Leb ich auch in der Vergangenheit,
leb ich auch in der Zukunft,
denn mein Erinnern und Ahnen ist Jetzt.
Worte, Wörter, begrenzen mein Jetzt.
Ist Schweigen und Fühlen, was bleibt.
Und Wissen: ich habe die Wahl.
Brauch Jetzt nicht an der Vergangenheit zu hängen,
brauch Jetzt nicht an Zukünftiges zu denken.
Kann mich entscheiden für den Augenblick,
in dem das alles Eins ist. Ewig.

Zecken
Saugen aus das Blut
Saugen aus die Nerven
Dünn wird das Kostüm

Leiber
Füllen sich mit Nahrung
Füllen sich mit Stärke
Fett wird die Lebe

Mein Herz ist schwer
Ist ein Stein
Der blutet
Schwarz und öligzäh
Fließt der Strom
Überklebt
Überzieht
Alles was kommt
Mit einem Film

Mit bloßen Händen
Schaufle ich
Wische ich
Hinfort das Zeug
Wohin damit?
Es abschmieren?
Reich mir den Lappen dort
Der Weg ist zu weit für mich
Noch

Eine Schlange
Unter jedem Stein
Wartet
Lauert
Züngelt
Riecht

Gelegenheit

Liegt in der Sonne
Friedlich
Wachsam
Verdauend
Bereitet sich vor
Aufs nächste Warten

Ich stehe vorm Spiegel
Ganz dicht
Ganz nah
An mir dran
Schaue in meine Augen
Ganz tief
Hinein bis auf den Grund
Ganz klar

Müsst´ ich doch sehen
Die Gedanken
Wie kleine Fische
Blitzen kurz auf im Sonnenlicht
Verschwinden schnell wieder
Im Schatten des Seins
Breit´ ich aus das Netz
Vielleicht
Schwimmt einer hinein

Schau ich mir ihn an
Die anderen
Sind da, ich weiß es
Lass ich sie wachsen
Manche vergehen
Manche schwimmen, wimmeln weiter
Wieder andere werden groß
Werden ruhiger
Und kommen
Von allein ins Netz
Doch es braucht Zeit, Geduld

Wart´ ich schon so lang

Ich stehe vorm Spiegel
Ganz nah
Ganz dicht