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wellen

Unglaublich, diese Weite
Unheimlich leer und still
Nicht die nickenden Köpfe der Leute
Sondern Bläue in Hülle und Füll
Die Brust könnt sich endlos dehnen
Beim Atmen Zug um Zug
Keine Säule zum Anlehnen
So verschmelzen Meer und Bug
Und wird dir auch angst und bange
Bist immer noch das Schiff
Im Gedächtnis behalt dies lange
Dann umspülst du jedes Riff
Bist du deiner sicher
Gibt es keine Einsamkeit
Führt das Riff dich hierher
In die große All-Einheit

Manchmal schmerzt Erkenntnis sehr. Besonders, wenn es um den Sinn des Lebens geht. Wenn alle Felle davon zu schwimmen scheinen. Meine Lebensvision, sie entweicht. Immer mehr. Und ich kann ihr nur dabei zusehen; kann – will – sie so nicht mehr festhalten.
Was will das Leben (das Unterbewusstsein) mir damit sagen, dass mir immer und immer wieder das gleiche Muster in individuellen Variationen begegnet? Dass ich mir die Zähne ausbeiße? Mich vor allem mit einem Umfeld aus Psycho-Allergikern und bequemen Komfortzonenliebhabern umgebe, an denen jeder Selbstentwicklungsmissionsgedanke vergebene Liebesmüh ist. Wie kommt es, dass ich nicht in das Weitergeben und Anwenden der erlernten Methoden komme, ins Machen? Warum suche ich mir immer wieder die schwersten Ziele dafür aus?

Ja, es beschäftigt mich noch immer, das Helfen-Wollen.

Der kindlich-narzisstische „Ich-mach-meine-Eltern-und-dann-die-Welt-heil“-Gedanke sitzt scheinbar doch tiefer als ich vermutet hatte und hat sich mir in seinem Auflösen nun vollends entblößt. Ich werde wohl langsam erwachsen.

Von der Wahrnehmung über die Erkenntnis und das Wissen um den Schmerz des Gehenlassens bis hin zum Fühlen ist es ein Weg: erst nachdem ich die letzten Male darüber geschrieben habe, kommt hier und jetzt, unter der Dusche, endlich, der Schmerz zu mir. Der Kummer in meinem Herzen, der das Gehenlassen ermöglicht. Der auch das Weitergehen ermöglicht. Auch einen kurzen Moment in der Selbstmitleidsstarre meines Kind-Ichs erlaube ich mir. Doch ehe ich darin zu zerfließen drohe und mich mit dem Duschwasser den Abfluss herunterspüle, konzentriere ich mich wieder auf mein Herz. Auf das Fühlen. Hinter dem Kummer ist noch mehr. Da ist auch Vertrauen. Vertrauen in das Leben. Vertrauen, dass durch dieses Gehenlassen Platz für etwas Neues entsteht. Keine Ahnung, was es sein könnte. Vielleicht etwas komplett Neues, Andersartiges. Vielleicht kehrt die Vision auch in transformierter Form zurück. Ich habe keinen blassen Schimmer. Das Vertrauen hilft mir, dieses Nicht-Wissen, diese Leere, auszuhalten und durch den Schmerz zu gehen.
***
Die Dusche läuft noch immer. Viel länger als gewöhnlich lasse ich das fließende Wasser mich reinigen an Körper und Geist. Es tut so gut und macht mich wieder bereit für das Hier und Jetzt. Was brauche ich jetzt? Wenn ich loslassen will, brauche ich guten Halt, so paradox es auch klingt. Und den hole ich mir jetzt auch.

Als ich sichtbar wurde
Als mir ein Rückgrat wuchs
Und ich Gestalt annahm
War es schon spät
Millionen von Jahren waren vergangen
Ganze Erdzeitalter
So kroch ich aus dem Meer
Und erkundete das Land
Manchmal sitze ich am Strand
Kostbar fühlt sich mir der Sand unter den Fußsohlen an
Und blicke voll Liebe und Ruhe
Manchmal auch Sehnsucht
Aufs weite Meer hinaus

 

Wetter Helgoland Regenschauer

Auge in Auge
So stehen wir

Eine Begegnung hier im Raum

Ich bin da und du bist da

Eine Luke öffnet sich
Ein Blick in die Tiefe

Der weite Ozean
Aus dem wir alle kommen
Ich nehme ihn wahr
Spüre ihn tief in mir
Sehe auch dich darin
Wie kleine Einzeller
Mit dünner, durchlässiger Zellwand
Durchfließen wir die See
Durchfließt die See uns
Und füllt unser Inneres
Gleichzeitig fühle ich
Den Boden unter meinen Füßen
Meinen Körper in diesem Raum
Unseren Blickkontakt
Und wie ich ihn nicht nur aushalte
Sondern erwidere
Von Mensch zu Mensch
Mit einer Fülle von Geschenken:
Bewusstsein, Körper, Wahrnehmung, Persönlichkeit, Kontaktfähigkeit
Lebendige Dankbarkeit und Freude

Still, nur das Rauschen
Von Wellen und Wind
Ein wenig Möwengeschrei
Und Mauersegler jagen weit oben
Landeinwärts
Lichtreflexe
Zitternd
Flimmernd
Von den Wellen
Spielen in deinem Gesicht
Zeichnen
Ihre Schrift auf deine Netzhaut
Geheime Zeichen
Von Kommen und Vergehen
Die Finger im Sand
Stellen von Kies
Du lässt einen flachen Stein über die Wellen springen
Zieht er zwei Kreise oder fünf
Ehe er untergeht
Um sich weiter runden zu lassen
Von der beständigen Kraft
Dem Atem der Erde

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Einen guten Jahreswechsel für Euch! 🙂

Aus dem Wasser aufgestiegen
In die Luft.
Nicht ganz seinem Element
Doch verbunden
Durch seiner Federn Schwingen
Fliegt er
Über die Oberfläche.
Konzentriert
Majestätisch
Mit klingenden Flügeln
Sein Dasein feiernd.
Jeder Start
Jede Landung
Drei Herzsprünge –
Geht er weit über sich hinaus

Ein Herzsprung ist´s
Ihn zu erblicken.
Das Klingen der Federn
Im Ohr.
Einen Traum
Ihm mitzuschicken
Voller Sehnsucht,
Die sich
Auf der Oberfläche spiegelt.
Pupille und Herz
sich weitend,
Um der Schönheit
Dieses Augenblicks
Ein Stück Ewigkeit
Zu geben.