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Weltenmeer

Auf dem Meer
Dem offenen
Glitzern Reflexionen
Licht spielt
Mit Wasser und Wind
Ein Wellenreiter
Gleitet ins Nass
Treibt
Mit den Wellen
Taucht auf den Grund
Taucht wieder auf
Sieht den Himmel
Sieht Wolken
Sieht Sonne
Sieht Sterne
Nimmt das Treiben an
In wogendem Blau
Sieht andere tauchen
Und auftauchen
Verbunden durch das Meer

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Tagträumerei

Drei Töne kreisen weit droben im Blauen
Spielen mit kalter Höhen Luft
Segeln scharf, trudeln und fangen sich
Ziehen in perfekter Gleichsamkeit miteinander
Um auseinanderzustieben
Ohne sich zu verlieren
Schau, Auge, die Punkte weit droben
Nähern sich, nehmen Form an
Entfernen sich
Frei
Kaum auszumachen in der Weite

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Sprachlosigkeit

Stumm
Worte
Gedacht
Stecken im Kopf
Stecken im Herzen
Stecken im Bauch
Knoten in der Zunge
Ein Würgen im Hals
Schmerz in der Seele
Ein Schrei
Nie geschrien
Nur die Augen sprechen
Können töten
Können streicheln
Können lieben
Ein Blick
Eine Geste
Abhängig davon
Gesehen zu werden
Finger, die tippen
Die schreiben
Abhängig davon
Gelesen zu werden

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Rauchige Nächte

Durch rauchige Nächte
Treibt die wilde Jagd
Die Schatten meines Ichs
Die Schatten aus einer vergangenen Welt
Aus verdrehten Wünschen und Hoffnungen
Namenlos treibt es sie
Ziehen sie vorbei
Und bringen mir Angst, Schmerz und Qual
Was einst Freude und Höhenflug war
Führt nun zu meinem tiefen Fall
Klarheit und Verwirrung wechseln sich ab
Tanzen in wildem Reigen
Ich schau allem zu
Leicht fassungslos
Vielleicht soll mir das etwas zeigen
So denke ich nach
So lasse ich los
Ein ständiges Auf und Ab
Klimmzüge sind leichter
Doch komm ich hier durch
Bin ich neu und wunderbar stark.

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Fernöstliche Tischlerarbeit

Ich lehne am Pfeiler
Ganz einsam und klein
In mir das Sehnen meiner Seele
Eine Lücke ist dort
Und ein Haken
Ganz fein
Und sagt mir
Dass irgendetwas fehle
Weiß ich doch fast
Dass ich selber es bin
Bin immer noch nicht ganz
Vielleicht wie das Möbelstück
Das sonst zu perfekt

Eine Kerbe darin
Zeugt von Respekt
Für das Höhere Selbst –
Unfassbares Glück.