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Morgenröte

Wie friedlich der Morgen ist
In aller Stille gehst du
Die Straße entlang
Noch unsortierte Vögel
Zwitschern ihren Gesang
Ein einsames Blinken
Am Tiefgaragentor
Als erstes Indiz, dass du nicht alleine bist
(Dass du nicht alleine bist)

Wie friedlich der Morgen ist
Wenn du auf der Brücke stehst
(wenn du auf der Brücke stehst)
Und die Sonne hat sich gerad erhoben
Blinzelt verschlafen durch Weidenäste
Kämmt sich das wellengekrauste Haar
Wischt sich die Reste der Nacht
Aus dem freundlichen Gesicht
Und küsst dich warm mit ihrem Licht
(mit ihrem Licht)

Wie friedlich der Morgen ist
Du schließt die Augen
Doch das Bild bleibt stehen
Wechselt die Farben
Zieht in dich hinein, bis in dein Herz
(bis in dein Herz)
Und der Moment hält inne
Noch ein tiefer Atemzug
Dann gehst du weiter
Die Vogelstimmen begleiten dich
Auf einem Fahrrad kommt eine Frau vorbei
Mit Brötchentüte und rosa Schal
Der Schal, der flattert im Morgenwind
(im Morgenwind)

Auf einem Ast
Zuckt ein Eichäffchen mit seinem Schwanz
Du freust dich drüber
Ganz wie ein Kind
Und es weiß tief in dir drin:
Der Frieden ist da
Der Frieden ist da
Heute, jetzt, in dir.

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Das Geschenk

Dieses Leben ist ein Urwald
Eine Wildnis, eine Expedition
Ein Survival oft the Fittest
Mit Machete, Schwert und Gun
Festen Stiefeln, einem Kompass
Und ganz wichtig: Lederhut
Gut bewaffnet, bis zu den Rippen
Wehrhaft sein tut hier ganz gut
Das Messer zwischen den Zähnen
Durch den breiten, schlammigen Fluss
Immer stets alarmbereit
Schnell trifft dich hier der Schlangenkuss

Große Jagd, Pirsch, Abenteuer
Doch vergiss nicht den feinen Blick
Auf Orchideen am Wegesrand
Das Äffchen, das mit viel Geschick
Dich begleitet, ganz hoch droben
Von Ast zu Ast, von Baum zu Baum
Wilde Vögel in den Wipfeln
Bunte Federn anzuschaun
Schöne Blätter, Moose, Flechten
Grün und wunderbar filigran
Bestaun sie, dank dieser Schöpfung
Ein Geschenk, so wie dies Leben,
Schön, wenn man das so sehen kann

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Erwachen

Nebel wacht auf
Erhebt sich
Aus seinem wässernen Bett
Schlägt verschlafen mit den Flügeln
Während hinter der Brücke
Der Kanal noch träumt
Vom Lampionleuchten
Letzte Nacht
Von fröhlichen Stimmen
Von Bootsfahrt und Ruderern
Baumrinde erzählt ihre Geschichte
Indes
Wandernden Blickes
Im blanken Auge
Des Kaninchens
Das Läufe sich streckend wartet
Auf der anderen Straßenseite

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Neuland wird am Horizont sichtbar

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Einen guten Jahreswechsel für Euch! 🙂

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Tanzende Bäume

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Tagträumerei

Drei Töne kreisen weit droben im Blauen
Spielen mit kalter Höhen Luft
Segeln scharf, trudeln und fangen sich
Ziehen in perfekter Gleichsamkeit miteinander
Um auseinanderzustieben
Ohne sich zu verlieren
Schau, Auge, die Punkte weit droben
Nähern sich, nehmen Form an
Entfernen sich
Frei
Kaum auszumachen in der Weite

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An den Sommer

Am Hang im Grünen
Unterm Turm
In Wärme
Von Wärme umgeben
Sonnt sich der freie Geist
In kleinen Inseln
Singt, zupft, lacht, jongliert
Träumt, picknickt
Sammelt Pfandgut
Zeigt sich, lässt sehen
Manchen Zorn des Herzens
Als bunte Strähne im Haar
Doch ungebremst im Hier und Jetzt
Im Sommer
Unterm Turm.

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Im Schwanenflug

Aus dem Wasser aufgestiegen
In die Luft.
Nicht ganz seinem Element
Doch verbunden
Durch seiner Federn Schwingen
Fliegt er
Über die Oberfläche.
Konzentriert
Majestätisch
Mit klingenden Flügeln
Sein Dasein feiernd.
Jeder Start
Jede Landung
Drei Herzsprünge –
Geht er weit über sich hinaus

Ein Herzsprung ist´s
Ihn zu erblicken.
Das Klingen der Federn
Im Ohr.
Einen Traum
Ihm mitzuschicken
Voller Sehnsucht,
Die sich
Auf der Oberfläche spiegelt.
Pupille und Herz
sich weitend,
Um der Schönheit
Dieses Augenblicks
Ein Stück Ewigkeit
Zu geben.

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Frage

Himmel
Weiß nicht,
Was er verspricht

Wolken
Lassen sich fetzen
Vom Wind über klares Blau

Wasser
Spiegelt in kleinen Wellen
Wechselndes Farbspiel
Verspricht Bewegung
Und Tiefe

Ist das zuviel?

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Versöhnung

Mystischer Sonntag
Aufnahmebereit
Offen und neu
Begegnung mit Gespräch
Im Stadtpark
Kontakt mit der alten, verdrehten Kastanie
Energie, die fließt
Blicke schweifen
Im Libellenflug
In den blauen Himmel