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Hier und Jetzt
Ist alles gut
Es gibt nichts zu meckern
Aber auch keinen Mut
Es gibt Sehnsucht
Nach alten Tagen
Gedanken
Die nach Freiheit jagen
Doch nur im Untergrund
Abgeschirmt, tonlos

Vielleicht
Ein anderes Mal
Zu tief
Droht noch das Stimmental
Hier und Jetzt
Ist alles gut
Es gibt nichts zu meckern
Aber auch keinen Mut

Vielleicht ein anderes Mal

wellen

Unglaublich, diese Weite
Unheimlich leer und still
Nicht die nickenden Köpfe der Leute
Sondern Bläue in Hülle und Füll
Die Brust könnt sich endlos dehnen
Beim Atmen Zug um Zug
Keine Säule zum Anlehnen
So verschmelzen Meer und Bug
Und wird dir auch angst und bange
Bist immer noch das Schiff
Im Gedächtnis behalt dies lange
Dann umspülst du jedes Riff
Bist du deiner sicher
Gibt es keine Einsamkeit
Führt das Riff dich hierher
In die große All-Einheit

Weg-mit-Herz

Der Weg mit Herz soll ein leichter sein
So sagst du mir durch die Blume
Sagst mir damit, mein Weg fühlt sich schwer für dich an
Vielleicht sei ich noch auf der Suche

Doch ich kann dir verraten: mein Weg ist der leichteste
Von allen, die sich mir bieten
Alles andere wiegt viel, viel schwerer
Und bringt mir Unfrieden

Mag sein, dass mancher Weg für dich leichter aussieht
Oder einfach nur bequem?
Mein Herz weiß genau, wohin es strebt
Irgendwann wirst du das auch sehn

So kann ich dich nur drum bitten:
Hab auch du Vertrauen
In mir ist es schon fest verankert
Brauchst nur runter zu schauen

Vertrauen ist auf meine Brust tätowiert
Nun warte ich ganz gebannt
Mög es bald bei dir heimisch sein
Mein lieber, guter Verstand

marotte

Geborgen im Höheren Sein
Nachsehend die menschlichen Marotten
Aus tiefstem Herzen dein
Denn sie füllen alle inneren Grotten
Ergibst du dich mutig dem liebevollen Lichtschein

Dämmerung

Weißt du noch, wie Schneeflocken schmecken?
Weißt du noch, wie wir den Schnecken
Wohnzimmer bauten im Schuhkarton?
Nichts ist heut mehr übrig davon
Eine Erinnerung an Kindertage
Die ich alleine in mir trage
Niemand hier erzählt mehr von dir
Früh schon gingst du durch jene Tür
Ein Schweigen, wenn ich dich erwähne
Obwohl ich mich nach Worten sehne
Als ließe sich der Tod aussperren
Als könne man sich gegen ihn wehren
Weil er die Illusion zerstört
Dass unser Leben ewig währt
Du hast mir gezeigt, dass Chancen vergehen
Du hast mich gelehrt, das Hier und Jetzt zu sehen
Gut abzuwägen etwas aufzuschieben
Und nur umso mehr das Leben zu lieben

Danke, Heiko

Tag-und-Nacht

Wir verbinden die Sonne mit dem Tag
Wie könnte sie da Freundschaft mit der sternenklaren Nacht nur schließen?
Geschieht die Trennung nicht nur durch unseren Standpunkt auf dieser Erde?
Ist es nicht wunderschön anzusehen, wenn sie sich die Hände reichen –
Morgens und Abends?
Macht das nicht erst das wundersame Zusammenspiel möglich –
Genau an dem Ort, genau zu der Zeit, wo wir uns gerade befinden?
Sind am Nachthimmel nicht Milliarden von Sonnen
Die wir durch der Atmosphäre Luft schimmern sehen?
Sie erst befreien die Nacht von absoluter Finsternis

amethyststab

Das Rufen der Stille
Ist innig und tief
Es erinnert an eine Stimme
Die schon mehrmals rief

In leisen Momenten
Sichert Kraft sie mir zu
In lautem Treiben
Schafft sie einen Pol der Ruh´

Bei dir bin ich
Kann ich rufen es hören
Mit Jesus im Herzen
Lässt sich das Wachsen nicht stören

Es dauert lange, das Wachsen
Sich zu entwickeln, fürwahr
Wie machen das Pflanzen?
Ist es vorhersehbar?

Oder ist´s wie bei Kindern –
Wachsen doch von allein?
Ganz genauso ungeduldig
Kann das Ich manchmal sein

Die Hand auf dem Kopf
Ist erdend, doch leicht
Sie streichelt mich zärtlich
Bis das Wachstum sich zeigt

Bis das Wachstum sich zeigt

drache aus stein

Der Drache schlägt die Trommel an
Sie lässt die Erde erbeben
Durchdringt dich durch dein Wurzelwerk
Und lässt neue Wurzeln weben

Du wiegst dich in dem wilden Tanz
Stampfst wild und archaisch daher
Obwohl die Füße sich lösen
Fühlst du dich erdig und schwer

Komm, wälz dich am Boden
Komm, steh wieder auf
Komm, tanze und tanze dein Leben
Du spürst es in jeder Nervenbahn Lauf
Wie die Kräfte der Erde hochstreben

Wo liegt deine Freude?
Mach die Augen zu und auf
Schau im Innen
Schau im Außen
Kommt die Freude in ihren Lauf

Rollt die Kugel erst im Flipper
Hältst du diesen Ball im Spiel
Blinken Lichter
Leuchten Ziele
Zeigen dir, wohin, wie viel

amethyst

Wie ein Blick durchs Schlüsselloch
Erschließt sich dir der Raum
Die Tür zu öffnen ist jedoch
Für uns zu schaffen kaum

Meinst du, du hast sie für dich gepachtet?
Die Antwort ist leider: Nein
Die Wahrheit ist in kleine Facetten verfrachtet
In einem edlen Stein

Auch im Spiegel dein Ebenbild
Es zeigt nicht alles, was ist
Es zeigt dir – und das ist dein schützender Schild
Was du jetzt gerade hast und bist