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Innerer Tanz

Sternenschwester
Die Luft ist klar
Und deine Augen auch
Tief ziehst du den Atem ein
Er füllt dich aus
Nährt deine Lebensflamme

Du schaust in diese Welt
Freundlich und unverstellt
Sternenschwester
Komm, tanz mit mir
Lass uns sprühende Bahnen ziehen
Im Kosmos die fernen Sonnen sehen

Geblendet von Allumfassenheit
Setzen wir Sonnenbrillen auf
Und unseren Weg auf dieser Erde fort
Doch erhellt uns innerlich
Unser eigenes Lebenslicht
Sternenschwester

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Stärke tanken

Ich war ein Baum
Gut verwurzelt mit der Erde
Spürte ich die Säfte, die mich nährten,
in mir aufsteigen
Mein Stamm war fest und stark
Stabil in seinen Jahresringen
Die von Vergangenem erzählten
Nur ein Astloch war da
Dort, wo ein Ast ausgefallen war
In diesem Astloch hauste eine Eule
Die mochte ich sehr

Ich war ein Bison
Ich rannte mit der Herde
Etwas einzeln, für mich, doch rannte ich mit ihr
Ich rannte durch die Steppe, bis ich mich erhob
In den Himmel hinein rannte ich
Immer weiter
Ich sah die Herde unter mir, wie sie sich immer neu formte
Einzelne vergingen, andere kamen dazu
Ich sah sie rennen

Ich schwebte in das Blau des Himmels hinein
Ich ging auf im Blau
Und es war gut~~

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Wie schön das Leben ist, wenn es uns von seinen Reichtümern schenkt

Eines meiner Lieblingsbilder hat mich schon durch mehrere Wohnungen begleitet. Jetzt hängt es in unserer Küche. Es ist gerade mal postkartengroß, bereits etwas verblichen und stammt aus einem Kunstkalender. Ich glaube, von 1994.
Es zeigt einen Wecker, der auf kurz nach 11 steht, ein Buch, eine Kokosnuss im Hintergrund, zwei Apfelsinen am linken Rand und eine angeschnittene Melone, von der eine Scheibe saftig dem Betrachter ins Auge lacht und die mich nicht nur an die Freuden des Gaumens denken lässt. Unter allem verläuft ein Banner: „Qué bonita es la vida, cuando noi da de sus riguezas“. Ich kann kein Spanisch, aber soviel verstehe ich. – Wie schön das Leben ist, wenn es uns von seinen Reichtümern schenkt.
Ein Blick auf dieses Bild lässt mir immer wieder Kummer und Sorgen vergehen. Vergänglichkeit kann auch tröstlich sein. Vorhandener Kummer und Sorgen werden vergehen. Und machen Platz für die schönen Seiten des Lebens. Ich spüre, wie mir schon beim Schreiben dieser Worte Tränen in die Augen steigen, weil mich die Schönheit des Lebens so überwältigt. Was braucht es mehr? Muße, etwas Zeit, vielleicht eben gerade das Bewusstsein der Vergänglichkeit, damit wir das Leben auch genießen können. Ein gutes Buch. Leckere, frische Köstlichkeiten, die uns nähren. Und was ist köstlicher als die Sinne genießen zu lassen? Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen. Etwas Grundlegendes scheint das Bild zunächst nicht zu zeigen: Freunde, Beziehungen, Seelenverwandte. Aber selbst das können diese paar abgebildeten Früchte versinnbildlichen. Jeder Mensch so unterschiedlich wie die Früchte hier und doch vereint. Essen als geselliger Akt. Ein Buch kann man vorlesen. Das Buch des Lebens wird von vielen Menschen mitgeschrieben. Sinnlichkeit zu mehreren genießen. Und so finde ich hier alles vereint, das mich durch dunkle Zeiten trägt. In einem kleinen Bildchen, einem Abdruck von einem Kunstwerk. Danke, Frida Kahlo.

 

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Ein Tag am Meer

Still, nur das Rauschen
Von Wellen und Wind
Ein wenig Möwengeschrei
Und Mauersegler jagen weit oben
Landeinwärts
Lichtreflexe
Zitternd
Flimmernd
Von den Wellen
Spielen in deinem Gesicht
Zeichnen
Ihre Schrift auf deine Netzhaut
Geheime Zeichen
Von Kommen und Vergehen
Die Finger im Sand
Stellen von Kies
Du lässt einen flachen Stein über die Wellen springen
Zieht er zwei Kreise oder fünf
Ehe er untergeht
Um sich weiter runden zu lassen
Von der beständigen Kraft
Dem Atem der Erde

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Der Berg

Dies ist ein Berg mit dreierlei Spitzen
Und ich kann sie alle erstürmen
Ich stehe vorm Ganzen und blicke hoch
Seh´, wie sie sich vor mir türmen
Mache dich auf, du, mein Hasenherz
Streiche ein letztes Mal über dein Fell
Tu einen Schritt aus dir heraus
Nimm einen Schluck aus dem Lebensquell
Und werde zum weißen Adler
Unter fast rundem Mond, leuchtend, ganz hell

Dann breite deine Schwingen aus
Erhebe dich über Baumkronen
Mach dich auf zu dem Höhenflug
Hin, wo Träume und Vergebung wohnen
Lass eine Feder hier als Pfand
Der Schnee dort oben liegt hoch
Blendet das Auge
Ist Trügerisch, doch
Birgt auch hohe Belohnung
Wie sie kein irdisch König vermocht

Der Adler steigt auf, in die luftige Welt
Wo Himmelsbläue ihn umgibt
Wo es Hänge, Klüfte, Bäche zu schauen gilt
Die Erhabenheit des Seins sich verschiebt
Von der ersten Spitze schaut er ins Land
Wolkenweite und Tal unter sich
Von der zweiten Spitze erblicket er
Vergebung und Milde für sich und für dich
Die dritte Spitze nun zeiget ihm
Die Liebe im Herzen auf ewiglich
Die Liebe im Herzen auf ewiglich