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Ich stehe vorm Spiegel
Ganz dicht
Ganz nah
An mir dran
Schaue in meine Augen
Ganz tief
Hinein bis auf den Grund
Ganz klar

Müsst´ ich doch sehen
Die Gedanken
Wie kleine Fische
Blitzen kurz auf im Sonnenlicht
Verschwinden schnell wieder
Im Schatten des Seins
Breit´ ich aus das Netz
Vielleicht
Schwimmt einer hinein

Schau ich mir ihn an
Die anderen
Sind da, ich weiß es
Lass ich sie wachsen
Manche vergehen
Manche schwimmen, wimmeln weiter
Wieder andere werden groß
Werden ruhiger
Und kommen
Von allein ins Netz
Doch es braucht Zeit, Geduld

Wart´ ich schon so lang

Ich stehe vorm Spiegel
Ganz nah
Ganz dicht

Unerwartet springt er hervor,
Wenn man nicht an ihn denkt.
Er öffnet dem Schatten Tür und Tor,
Ist eine Kraft, die dich lenkt.

Er schaut Dich an und lacht und grinst
Und wackelt an seiner Feder.
Drückst du ihn auch weg, das hirnen Gespinst,
Sitzt er doch fest unter deinem Leder.

Ich spüre den Schmerz
Bis in den tiefsten Muskel,
Vermag mich kaum zu bewegen.
Jeder Atemzug erinnert mich daran:

Dass ich lebe!

Dass ich wie ein Kind
Bis zum Äußersten und darüber hinaus
Auf dem Trampolin gesprungen,
In den Seilen geklettert bin und
Gelacht habe aus tiefster Seele!

Ich bin gefallen
Und habe geschrien.

Danach war alles dunkel und leer.
Und leicht. So leicht.
Ungläubigkeit breitet sich aus.
War ich das wirklich?
Habe ich das getan?
Und ihr seid noch hier?
Und habt mich noch lieb?

Ja, haben sie gesagt.
Ja!