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Innerer Tanz

Sternenschwester
Die Luft ist klar
Und deine Augen auch
Tief ziehst du den Atem ein
Er füllt dich aus
Nährt deine Lebensflamme

Du schaust in diese Welt
Freundlich und unverstellt
Sternenschwester
Komm, tanz mit mir
Lass uns sprühende Bahnen ziehen
Im Kosmos die fernen Sonnen sehen

Geblendet von Allumfassenheit
Setzen wir Sonnenbrillen auf
Und unseren Weg auf dieser Erde fort
Doch erhellt uns innerlich
Unser eigenes Lebenslicht
Sternenschwester

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Stärke tanken

Ich war ein Baum
Gut verwurzelt mit der Erde
Spürte ich die Säfte, die mich nährten,
in mir aufsteigen
Mein Stamm war fest und stark
Stabil in seinen Jahresringen
Die von Vergangenem erzählten
Nur ein Astloch war da
Dort, wo ein Ast ausgefallen war
In diesem Astloch hauste eine Eule
Die mochte ich sehr

Ich war ein Bison
Ich rannte mit der Herde
Etwas einzeln, für mich, doch rannte ich mit ihr
Ich rannte durch die Steppe, bis ich mich erhob
In den Himmel hinein rannte ich
Immer weiter
Ich sah die Herde unter mir, wie sie sich immer neu formte
Einzelne vergingen, andere kamen dazu
Ich sah sie rennen

Ich schwebte in das Blau des Himmels hinein
Ich ging auf im Blau
Und es war gut~~

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Sein eigenes Original sein

Picasso

🙂

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Erdung

Ein Leben wie freihändig Fahrrad Fahren
Den Schal immer flatternd hinterher
Die Balance halten in all den Jahren
Damit es rollt, immer mehr
Das Rad dreht sich, und ich dreh mich mit
Manchmal halt ich mich am Lenker fest
Der Himmel ist blau und die Wolken ziehen schnell
Und ich schau dorthin, wo du gerade stehst
Erst durch dich kann ich mich richtig sehen
So bin ich und so bin ich nicht
Aber das verschwimmt alles in den tiefen Seen
Des Bewusstseins tiefes Licht
Grenzen ziehen und Grenzen lösen
Schreiend, rufend, im freien Fall
Zieh ich die Schnürsenkel durch ihre Ösen
Damit ich sicher stehe, drunten im Tal

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Ich blitzt auf

Ich sah mich
Einen Moment lang
Doch er zog vorüber
Ich sah mich blitzen
Einen Moment lang
Und ich wusste:
Ich bin da
Hier stehe ich
Ich steige hinzu
Und fahre vorbei
Mit dem Moment

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Gedanken im Wind

Eine Packung Taschentücher
Für dich und für mich
Beifahrer
Auf der Autobahn
Gedanken
Streifen mein Bewusstsein
Wie die vorbeiziehende Landschaft das Auge
Mein Kopf ist ein Sieb
Ein Schmetterlingsnetz
Durch das die Gedanken wehen
Manche bleiben kurz hängen
Bis der Wind sie zerkleinert hat
Und auch sie durch das Sieb rieseln
Ab und zu überzeuge ich mich im Spiegel davon, dass ich noch da bin

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Der Berg

Dies ist ein Berg mit dreierlei Spitzen
Und ich kann sie alle erstürmen
Ich stehe vorm Ganzen und blicke hoch
Seh´, wie sie sich vor mir türmen
Mache dich auf, du, mein Hasenherz
Streiche ein letztes Mal über dein Fell
Tu einen Schritt aus dir heraus
Nimm einen Schluck aus dem Lebensquell
Und werde zum weißen Adler
Unter fast rundem Mond, leuchtend, ganz hell

Dann breite deine Schwingen aus
Erhebe dich über Baumkronen
Mach dich auf zu dem Höhenflug
Hin, wo Träume und Vergebung wohnen
Lass eine Feder hier als Pfand
Der Schnee dort oben liegt hoch
Blendet das Auge
Ist Trügerisch, doch
Birgt auch hohe Belohnung
Wie sie kein irdisch König vermocht

Der Adler steigt auf, in die luftige Welt
Wo Himmelsbläue ihn umgibt
Wo es Hänge, Klüfte, Bäche zu schauen gilt
Die Erhabenheit des Seins sich verschiebt
Von der ersten Spitze schaut er ins Land
Wolkenweite und Tal unter sich
Von der zweiten Spitze erblicket er
Vergebung und Milde für sich und für dich
Die dritte Spitze nun zeiget ihm
Die Liebe im Herzen auf ewiglich
Die Liebe im Herzen auf ewiglich

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Frage

Himmel
Weiß nicht,
Was er verspricht

Wolken
Lassen sich fetzen
Vom Wind über klares Blau

Wasser
Spiegelt in kleinen Wellen
Wechselndes Farbspiel
Verspricht Bewegung
Und Tiefe

Ist das zuviel?

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Ich lernt

Wo kommt das alles plötzlich her?
Ich wünschte so, Ich wäre leer.
Ich scheißt Ich aus und spült Ich runter.
Das, was dann da ist, ist ein bunter
Strauß All-Einheitsdenkerei,
der von sich annimmt, er sei frei,
durch eine Welt aus Linien wabert,
entrückt lächelnd Klugscheiß labert,
in Wirklichkeit aber, jedoch
auf der Suche ist in jedem Loch
nach seinem Selbst, dem einzig wahren,
begrenzt von Haut, vielleicht auch Haaren.
Drum schaut er stracks in Kläranlagen
Im Schlamm nach seinem Ich zu fragen.
Um Ich schließlich, nach dem Finden,
neu zu formen, neu zu verbinden.
Nur, um dann, nevertheless,
neu zu starten den Prozess.

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Glücklichsein finden

Wenn ich nicht weiß,
wohin mit mir,
mit meinen Gedanken,
wohin,
kein Ziel vor Augen habe,
nur Unklarheiten,
Halbwahrheiten,
Glücklichsein suche,
nicht warten kann aufs Finden.

Dann fang ich an zu kreisen,
fang ich an, mich zu verlieren.
Der Blick kann nicht verweilen,
übersieht die Tür.
Lauf ich gegen Wände,
schlag die Stirn mir ein.
Erschöpfe mich mit Taten,
bin ich wieder klein, allein.

Erst dann,
wenn ich ohnmächtig,
gelingt Loslassen mir.
Kann ich nicht mehr suchen.
Findet Glücklichsein zu mir.