Gerade ist mir ganz feierlich zumute. Das lange Hoffen und die immer wieder beschworene Geduld haben sich gelohnt für diesen Augenblick: Ich bin wieder da! Und wieder ein Stück ganzer.

Seit gut zwei Monaten nehme ich keine Medikamente mehr. Im Urlaub habe ich beschlossen, meinen weiteren Weg einmal wieder ohne Stützkorsett zu wagen. Durch den Tablettenschleier kam einfach zu wenig Lebensfreude durch und nach der habe ich mich gesehnt. Mein Psychiater weiß es bisher noch nicht, aber mit meinem Therapeuten habe ich es thematisiert und er unterstützt mich glücklicherweise auch dabei. Dass ich sehr achtsam mit mir umgehen muss, das weiß ich ja mittlerweile zur Genüge. Dabei spielen Stress, der mein Selbstwertgefühl angreift, aber auch überschwängliche Freude, die in einen Energieüberfluss umschlagen kann, eine wichtige Rolle. Also immer weiter schön am Gleichgewicht üben.

Mit genügend Übung verfeinert sich auch die Selbstwahrnehmung immer weiter. Dranbleiben lohnt sich!

Schon mit Medikamenten habe ich das Rufen der Lebensenergie in meinem Körper leise und eher unangenehm vernommen. Mit dem Absetzen der Tabletten sind die Regungen der Lebensenergie deutlicher geworden. Es kribbelt und kitzelt, aber jetzt auf angenehme Weise, in manchen Körperbereichen deutlich wahrnehmbar. Ich nehme mir immer wieder Zeit, um den Impulsen meines Körpers zu folgen und ihnen möglichst freien Lauf zu lassen. Das Interessanteste dabei ist für mich, dass je mehr Vertrauen ich in die Vorgänge hineingebe, sie mein Vertrauen immer weiter stärken. In mich selbst, wie auch in die kosmische Kraft, die uns alle umgibt und durchdringt. Das heißt nicht, dass es immer einfach ist jetzt. Es gibt ständig Lektionen des Lebens zu lernen und sie passen sich der Leistungsfähigkeit an, habe ich den Eindruck.

Wann immer Zweifel in mir hochkommen und selbst in den dunkelsten Stunden hat mir diese Weisheit aus der berühmten Charlie-Chaplin-Rede Mut gegeben weiterzumachen: „Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, dass ich bei allen Gegebenheiten immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles zu genau dem richtigen Zeitpunkt passiert. Von da an konnte ich gelassen sein. Heute nenne ich das Selbst-Vertrauen.“ Alles, alle Gedanken und Gefühle, alle Worte, auch die holprigen, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort, ein Aufatmen geht durch meinen Körper, wann immer ich mir genau das bewusst mache. Trotzdem gibt es noch genügend Momente, wo ich mir mehr Gelassenheit wünsche, aber immer gefolgt von diesem Aufatmen.

Das möchte ich gerne teilen, dieses Aufatmen.

Alles zur richtigen Zeit und am richtigen Ort.

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