Die helle Schwester
Aus der Ferne
Aus ur-hoher Kuppel
Schwingend am Trapez
Verströmt sie flitternden Funkenregen
Der Körper kühl und weich umschmeichelt
Zärtlich über Wangen streichelt
Kühn herab in Ausschnitte rinnt
Die Sinne mitnimmt
Und dem Leben Krone und Leichtigkeit schenkt.

Die dunkle Schwester
Aus der Grotte
Aus ur-tiefem Gestein
Wiegend im Takt
Verteilt sie rhythmischen Daseinsfluss
Der Lauf sich warm und pulsierend erströmt
Weise Wellenklang vertönt
Wahrhaftig Anfang und Ende umfasst
Die Mitte enthält
Und dem Leben Wurzel und Kraft schenkt.

7 Kommentare
  1. Marcello Francé
    Marcello Francé sagte:

    Als ich das hier zum ersten Mal gelesen habe, ist mir neben der zauberhaften Schönheit und der verursachenden kontemplativen Stimmung (die Buddhisten würden wohl Vipassana sagen) aufgefallen, dass es sich gegen meine Intuition um zwei Schwestern handelt, sozusagen eine Mischung des fernöstlichen Yin und Yangs und einer Form der beiden Gesellen Eichendorffs und den drei (2+1;) Schwestern Tschechows.
    Gibt es diese zwei Schwestern?

    Ich meine, dass das die Dualität unserer Welt darstellt, vielleicht auch die unserer Seele. Was aber, wenn es die nicht gibt (Advaita)?
    Dieser Traum der Wissenschaftler unserer Zeit, vor allem Physikern wie Stephen Hawking mit ihrer Weltformel (der Versuch Elektromagnetismus, Gravitation, schwache und starke Kraft unter einen Hut zu bringen). Dabei sind die auch nicht verstanden: https://xkcd.com/1489/
    Oder doch Vishishtadvaita-Vedanta, weil wir in unserer Welt 🌍 diese zwei Schwestern kennen?

    Bis dahin auf jeden Fall
    Scheint die helle Schwester am Horizont wunderbar und die dunkle bleibt das alpha und das omega

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    • christina.d
      christina.d sagte:

      Lieben Dank für Deinen Kommentar! 🙂
      Für jetzt muss ich erstmal zur Arbeit. Aber das gibt mir genau den Raum, um Deine Worte zu reflektieren. Mal sehen, was dabei rumkommt… 😉

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      • christina.d
        christina.d sagte:

        Endlich ist Zeit zu antworten.
        Als Erstes stellt sich mir eine Frage: ich verstehe den Einwurf „dass es sich gegen meine Intuition um zwei Schwestern handelt“ nicht so ganz. Was sagt denn Deine Intuition?
        In dem Gedicht habe ich einfach zwei Aspekte dargestellt, die ich in meiner Persönlichkeit wahrgenommen habe und die sich, wie ich finde, auch auf andere Aspekte des Lebens und des Seins beziehen lassen. Ja, die Wahrnehmung ist da wohl eher dualistisch. Doch bilden nicht auch Yin und Yang gemeinsam eine Einheit?
        Während der Wahrnehmung dieser zwei Schwestern hatte ich ganz stark das Gefühl, dass die beiden sich die Hände reichen und miteinander verbunden sind.
        Ken Wilber, dessen Entwürfe eine Synthese aus fernöstlichen Weisheiten und westlichen Ansichten des Seins bilden, hat ein Modell entwickelt, das sich in verschiedene Ringe (Entwicklungs-/Bewusstseinsstufen) ausweitet. Wie die Ringe auf dem Wasser nach dem Hineinwerfen eines Steines weiten sich auch diese Bewusstseinsstufen aus bis hin zu einem Alleinheitsbewusstsein. Dieses Alleinheitsbewusstsein ist gleichzeitig die Grundlage von allem und die höchste Entwicklungsstufe in dem Modell. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich nun damit und habe immerhin den Hauch einer Ahnung bekommen mittlerweile von was er da spricht, aber es lässt sich nur sehr schwer in konkrete Worte fassen. Bei den Begriffen aus dem Buddhismus, die Du verwendest, steckt aber im Grunde ebenfalls all das drin. Jedenfalls: alles ist eins. Alles ist in allem enthalten. Wie bei einem Fraktal. – Und alles darf sein und hat seine Berechtigung.
        Meine Sprache sind die Gefühle; und alles, was sich ausdrücken lässt, stellt doch immer nur wieder ein Fragment dar, das sich eins ins andere fügen lässt.
        Mit Naturwissenschaften kenne ich mich leider nicht gut aus, weder mit physikalischen noch mit chemischen Formeln, also überlasse ich es gerne anderen, in dieser Sprache eine Alleinheit zu formulieren. Wäre aber schön, wenn es gelänge.

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  2. Marcello Francé
    Marcello Francé sagte:

    Hallo, hier eine zieeeemlich lange Antwort 😀
    ‚‚In dem Gedicht habe ich einfach zwei Aspekte dargestellt, die ich in meiner Persönlichkeit wahrgenommen habe und die sich, wie ich finde, auch auf andere Aspekte des Lebens und des Seins beziehen lassen. Ja, die Wahrnehmung ist da wohl eher dualistisch. Doch bilden nicht auch Yin und Yang gemeinsam eine Einheit? ‘‘ Genau. Das war ja auch mein erster Gedanke, bloß verknüpft man das weiße Yang (hell, hart, heiß) eben meistens mit männlich und das schwarze Yang (dunkel, weich, kalt) mit weiblich. Daher hab ich eher mit so einem Geschwisterpaar gerechnet und nicht mit zwei Schwestern.

    ‚‚ Ja, die Wahrnehmung ist da wohl eher dualistisch. Doch bilden nicht auch Yin und Yang gemeinsam eine Einheit? Während der Wahrnehmung dieser zwei Schwestern hatte ich ganz stark das Gefühl, dass die beiden sich die Hände reichen und miteinander verbunden sind. ‘‘ Das stimmt, wie bei Taijitu, das ja auch in der Flagge Südkoreas zu sehen ist 😉 Einig aus Gegensätzen, wie bei zwei Wellen: Eine Wellenberg und ein Wellental löschen sich aus und sind somit auch eins, wohingegen zwei Täler und zwei Berge sich in ihrem Effekt noch verstärken. Das passt gut zu diesen Ringen, doch hab ich oft das Gefühl es seien keine konzentrischen Kriese, sondern ellipsoide Strukturen im Raum, die sich da ausbreiten, weil Erkenntnisse einem nie gleichmäßig beschert sind; die Art der Erfahrungen, die ein Koran, die Bibel, die Pessach Haggada , das Bhagavad-Gita oder die Zen-Meditation über ein Koan prägen, sind alle wundervoll, aber unterschiedlich. Sie wollen unterschiedliche Ebenen des Bewusstseins ansprechen und das tun sie im Endeffekt auch, ohne dass man sagen könnte, jedes auf dieselbe Weise. Vielleicht sind sie alles eins, aber als Wissenschaftler fehlen mir da die Kausalzusammenhänge, die sich selbst dadurch eben nicht erreichen lassen. Wenn ich meine Gedanken beobachte, verändere ich sie wie bei der Heisenbergschen Unschärferelation.

    ‚‚Wie bei einem Fraktal‘‘
    Das ist ein toller Vergleich. Ein beinahe Deja-Vu der Seele. Nicht gleich, aber ähnlich, so ähnlich, dass es fast gleich sein könnte, wenn man nicht genau schaut. Oder einen anderen Maßstab verwendet.

    ‚‚Meine Sprache sind die Gefühle; und alles, was sich ausdrücken lässt, stellt doch immer nur wieder ein Fragment dar, das sich eins ins andere fügen lässt. ‘‘
    Das verstehe ich. Meiner Meinung nach ist das bei einem Gedicht sogar noch stärker so. Ein Haiku ist immer unvollständig, jedes Gedicht auch. Ist dir schon mal aufgefallen, dass immer wieder dieselben Reime verwendet werden? Sprache ist limitiert und hinterlässt uns oft sprachlos, Gedichte noch viel mehr. Durch das Ganze (Ver-)dichten geht so viel Information verloren… Und trotzdem kann ein Gedicht mehr sagen als viele Worte, genauso wie eine schwarz-weiß Fotografie ausdrucksstärker sein kann als ein Farbfoto, weil das Entdichten Raum für neue Interpretationen lässt. Und man kann auch immer dasselbe sagen, ohne gleich zu klingen, wenn man es anders meint.
    ‘‘Ich kann jeden meiner Sätze immer gleich beginnen
    und dabei jedes Mal dasselbe sagen, ohne gleich zu klingen‘‘

    ‚‚Mit Naturwissenschaften kenne ich mich leider nicht gut aus, weder mit physikalischen noch mit chemischen Formeln, also überlasse ich es gerne anderen, in dieser Sprache eine Alleinheit zu formulieren. Wäre aber schön, wenn es gelänge. ‘‘
    Das auf jeden Fall. Ohne gleich den Neutronenbeschleuniger für den Hausgebrauch zu entwickeln oder Sprengstoff zur Selbstmedikation (Gefäßerweiterung) herstellen zu wollen, würde ich dir trotzdem mal raten, mal selber irgendwas auszuprobieren. Dadurch wird sich die Alleinheit wohl nicht so schnell lösen, aber verkehrt ist es nicht. Alle frühen Philosophen waren schließlich auch Forscher, manche richtige Theorien bspw. über Atome (Demokrit) oder die Kugelgestalt der Erde (u.a. Aristarch von Samos) haben sich Jahrtausende gehalten; falsche aber leider auch (Viersäftelehre von Galen, Vier Elemente usw.).
    Daher noch zwei Zitate von Herrn Richard Feynmann zu guter Letzt:
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“
    „Naturwissenschaft ist der Glaube an die Unwissenheit der Experten.“

    Antworten
    • christina.d
      christina.d sagte:

      Jetzt kann ich verstehen, was Du mit „entgegen meiner Intuition“ gemeint hast. Danke. 🙂

      Sehr vielfältig, meine Assoziationen. Ich hoffe, Du hast Lust, eine lange Antwort zu lesen…
      Worte… sind Symbole. Ein Symbol, um sich über die von uns wahrgenommene Wirklichkeit verständigen zu können. Ein Symbol wähle ich, um etwas viel Weiteres versinnbildlichen zu können. Und die Wahrnehmung von Wirklichkeit ist bei jedem Wesen individuell ausgeprägt. Doch da der Mensch an sich ein in einem sozialen Verbund lebendes Wesen ist, ist ihm auch an Verständigung untereinander, an Stärkung der Bindung gelegen. Und da sind Worte der kleinste gemeinsame Nenner, um geistig aufeinander eingehen zu können (hey, ich habe ein mathematisches Bild gebraucht 😉 ).

      In meinem Verständnis – das dürfte aber aus meiner persönlichen Biographie herrühren – gibt es vor allem „Menschen“. Das Konstrukt, Eigenschaften und Qualitäten als männlich oder weiblich zu verorten, respektiere ich, da es wiederum recht allgemeinläufig ist und somit eine Basis zur Verständigung schafft. Es hilft auch, ein bisschen mehr Struktur zu schaffen und innere Anteile der eigenen Person besser wahrzunehmen.

      Eine biologische Tatsache ist, dass ich eine Frau bin. Und als solche habe ich mich mit meiner als weiblich verorteten Seite eingehender beschäftigt, was mir bis jetzt zu mehr Selbstannahme und Authentizität verholfen hat. Daher die zwei Schwestern. Nur heruntergebrochene Anteile der weiblichen Seite. Eine spannende Frage, etwas Ähnliches nochmal für die Brüder in mir zu durchlaufen. Interessant, interessant… hm, vielleicht später einmal. 🙂

      – Zur Missionierung, sich mehr mit Naturwissenschaften zu befassen, ein kleiner, persönlicher Einwurf:
      Viele Lehrer für sämtliche Naturwissenschaften sind bei mir nicht so recht durchgedrungen. Das fängt bei meinem Zahlenverständnis an (mein persönliches Steckwürfeltrauma;) ) und hört bei menschlicher Arschigkeit späterer Chemie- und Physiklehrer auf. Lediglich ein Mathelehrer in der Oberstufe konnte mal zu mir durchdringen. Eine Tür zu einem mit gleißendem Licht gefüllten Raum hat sich da für einen Moment einen Spalt breit geöffnet. Leider hatten wir diesen Lehrer nur ein Jahr und die Tür hat sich wieder geschlossen. Ich kann auch nicht ausmachen, was er anders gemacht hat als die anderen Lehrer. Witzigerweise war es gerade die Integralrechnung gewesen, bei der ich dieses Türspalterlebnis erfahren habe.
      …Jahre später, gemeinsam mit einer geschätzten, weisen Frau, lerne ich für mich: „Was leicht fällt, da liegt Segen drauf…“ Eine für mich geltende Wahrheit – muss nicht für andere stimmen und soll auch keine Grundlage für Faulheit sein, sondern für Intuition und Entspanntheit.
      …Lesen, Schrift, Sprache, Kontakt zu Gefühlen, das wurde mir praktisch in die Wiege gelegt. Warum also mit dem Kopf gegen die (wieder) verschlossene Tür rennen? –

      …Religiöse Schriften…von Menschenhand in menschliche Worte Gefasstes. Jede für sich enthält Weisheiten und Schätze und hat ihre Berechtigung. Doch verleitet leider auch jede für sich zu Dogmenbildung. – Deshalb mag ich die Ansätze Ken Wilbers. Er hat zahlreiche, vielfältige und meistens überhaupt nicht leicht zu erfassende Schemata entworfen (die ich nur ansatzweise verstehe), in denen er unter anderem verschiedene religiöse Praktiken einordnet. Das Schöne in seinem Grundmodell, dem Holon:

      Es ist alles da, es darf alles sein, es ist alles gleich wichtig.

      Wenn Dich das weiter interessiert: Wege zum Selbst als relativ leicht verdauliche Einführung. Komplexer und in deutscher Sprache leider nur in ein kurzes Buch gepresste Essenz: Integrale Psychologie.
      Auch interessante Denk- und Strukturierungshilfe: Gott 9.0 von Küstenmacher, Küstenmacher und Haberer (christlich geprägt).

      Eine Falle für diese Modelle gibt es auch: unser Ego, das doch immer wieder danach kräht, eine möglichst hohe Bewusstseins-/Entwicklungsstufe erlangt zu haben und die „unteren“ Stufen arrogant abtut. Und auch das kann eine interessante und bereichernde Erfahrung sein.

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  3. Marcello Francé
    Marcello Francé sagte:

    Hallo, ja hab ich gelesen 
    Ein Symbol kann so vieles bedeuten- Es kann eine Chiffre sein wie bei Celans im Unterricht durchexerzierter Todesfuge, gefährlich und unbegreiflich. Aber in seiner ursprünglichen Bedeutung ist es ein Erkennungszeichen, vielleicht auch ein Erkenntniszeichen? Sind wirklich die Worte der ‚‚kleinste gemeinsame Nenner‘‘? Vielleicht lässt sich das noch weiter reduzieren, noch allgemeiner. Vielleicht sind es ja tatsächlich Schwingungen- wenn ja, dann wäre es für mich aber die Musik- die die Zeiten übersteht und a-verbal verständlich ist. Natürlich empfindet da nicht jeder gleich, aber trotzdem. Andererseits können wir uns ohne Worte nicht formulieren, diese Stimme im Kopf, die tonlos zu uns spricht, spricht ja auch unsere Sprache (kann sich aber ändern, eigene Erfahrung).
    Das mit männlich oder weiblich ist so eine Sache. Medizinisch gibt es Unterschiede zwischen Männer und Frauen, in Psyche und Physis, keine Frage. Medikamente die bei europäischen Männern wirken, wirken nicht unbedingt bei Frauen oder Afroamerikanern. Männer üben mehr Gewalt aus und werden auch öfter deren Opfer; sie sind emotional instabiler (Selbstmordraten zeigen das ganz gut) und häufig selbstbewusster (was auch wieder Schattenseiten nach sich zieht)usw. Ist das Sexismus oder Rassismus? Ich meine nein, wenn das nicht verallgemeinert wird. So bin ich oft nicht einverstanden gewesen oder bin es immer noch nicht, wie man mich z.B. diesbezüglich kategorisieren möchte, sei es als Mann, als Italiener, als Deutscher, Bayer oder was auch immer.
    Ich weiß nicht, ob ich die inneren Anteile meiner eigenen Person besser wahrnehme, wenn ich angewidert bin, von dem, wie man behauptet, dass ich sein sollte… Und doch sind ja manche Aspekte auch nicht grundverkehrt und doch auch darauf zurückzuführen…
    Deswegen sind wir wie du sagst vor allem Mensch, bzw. v.a. Affe. Schade, dass alle unsere näheren Familienmitglieder weg sind, und noch trauriger, dass wir unsere Cousins und Cousinen (Gorillas, Schimpansen etc.) hinterlistig vernichten. Aber wie soll jemand das begreifen, der nicht Einhalt gebieten kann bei seinen Brüdern und Schwestern?

    Das mit den Lehrern ist bedauerlich, aber ich befürchte, dass kennt jeder von uns. Interessanterweise hängt da glaube ich bei den Naturwissenschaften mehr daran als bei anderen Fächern. Ein Sportlehrer kann blöd sein- auf die freizeitliche Sportbetätigung von Schülern wirkt es sich kaum aus.
    Ich hatte teilweise furchtbare Deutschlehrer bei denen ich weder gut noch interessiert war; aber wenn ich ‚‚Die Stimmen von Marrakesch‘‘, ‚‚Die Elixiere des Teufels‘‘ oder ‚‚Der Spieler‘‘ gelesen habe, war das nicht relevant. Kein Lehrer kann einem erklären, was man beim Lesen eines Buchs für ein Prozess durchmacht… Woran das wohl liegt? Sicher eine interessante Frage. Es kommt natürlich auf die Art darauf an; ein Beispiel ist dort bspw. unser Genetik-Buch: In einem Kapitel wird erklärt, dass bei der Erforschung der Frage, ob man eine Kreuzung züchten könne, die die großen Blätter eines Kohls und die tiefen Wurzeln einer Karotte (sowas wie die Tomoffel) besäße, nach langem hinundher geglückt sei. Allerdings stand in den Fußnoten: ‚‚Unglücklicherweise besaß die neue Kreuzung aus Karotte und Kohl zum Entsetzen des Entdeckers aber nun die Wurzeln eines Kohls und die Blätter einer Karotte‘‘ Hier noch ein weiterer Fach-fachartikel, der zeigt, dass man durchaus nicht immer ganz verkrampft sein muss: http://www.laborjournal.de/rubric/methoden/methoden/v121.lasso

    ‚‚…Lesen, Schrift, Sprache, Kontakt zu Gefühlen, das wurde mir praktisch in die Wiege gelegt. Warum also mit dem Kopf gegen die (wieder) verschlossene Tür rennen? ‘‘
    Das dir das alles liegt, ist toll. Ach, ich würde so gern noch mehr Sprachen können :-/
    Ich glaube, damit machst du es dir aber ein wenig zu einfach 😉 Nein, nein ich möchte dich nicht darauf trimmen, den nächsten Nobelpreis zu gewinnen. Meine Überlegung ist nur diese:
    1. Wer eine Tür einmal geöffnet hat, kann das auch noch mal tun. Jede Tür ist da, weil man sie irgendwie öffnen kann.
    2. Ich glaube nicht, dass die Tür verschlossen ist. Hast du schon mal probiert, die Klinke runter zu drücken?
    3. Lieferanteneingang?
    Abgesehen davon ist dieses konkrete Verständnis dieser Welt, die immer philosophischer wird, je mehr man sich auch naturwissenschaftlich damit beschäftigt, ja auch ein Teil des Kosmos und somit des Holons. Einer, der in der Antike so sehr als Prämisse von Philosophie vorausgesetzt worden ist, dass nicht einmal eine Unterscheidung vorgenommen worden ist. Natürlich kann man nicht alles wissen (Faust). Es gibt ja schließlich drei Arten des Wissens: Die Dinge, die wir (relativ) sicher wissen 11.09.2001 ( Terroranschläge), Dinge, von denen wir wissen dass wir sie nicht wissen (Wie ist der Ölpreis in einer Woche?) und Dinge, von denen wir nicht einmal wissen, dass wir sie nicht wissen (morgen Weltuntergang, in drei Wochen werden alle Smaragde blau sein…)
    Das mit den Dogmen stimmt, es erinnert mich an die Kritik daran in Form von Russels Teekanne.
    Doch warum ist ALLES gleich wichtig? Das ist für mich nicht ganz nachvollziehbar: Das ist keine Frage der Arroganz, das ist nur dieselbe Frage nach dem allmächtigen Gott: Wenn ein Gott Gut und Böse, barmherzig und brutal, gnädig und unnachgiebig ist, was ist er dann? Wenn er alles kann, kann er einen Stein erschaffen, den er selbst nicht heben kann?
    Ähnlich würde es mir gehen, wenn ich sonst alles gleichsetzen würde. Die Auflösung, die mir dafür halbwegs plausibel erscheint, wäre natürlich die, dass es keine Unterschiede gibt, wie bei einer Bleistiftmine und einem Diamanten, die unterschiedlich sind in Eigenschaften und Verhalten, aber doch das gleiche in ihren Bestandteilen…
    Zu den unterschiedlichen Stufen würde ich noch ein Beispiel aus der Chemie bringen: Es gibt dutzende Modelle der kleinsten Teilchen dieser Welt (Atomos=unteilbar) seit der Antike. Obwohl man uns immer wieder neuere, komplexere beigebracht hat, hat man
    A) nicht so angefangen
    B) diese trotzdem auch mitverwendet.
    Das liegt daran, dass sowohl vom Verständnis her als auch für dessen Weiterentwicklung das alte nicht aufgegeben werden darf. Manchmal ist irgendwas natürlich falsch, aber oft ist eine Weiterentwicklung nur möglich, weil man das alte ‚‚besser‘‘ durchdrungen hat. Das neue ersetzt nicht das alte ‚‚untere‘‘ Modell, es ergänzt es. Das ist es meiner Meinung auch, was wir mit unseren Gedanken erreichen sollten…

    Antworten
    • christina.d
      christina.d sagte:

      Einfach ist gut! 🙂

      Netter Freudscher Verleser in Deinem Link: Laberjournal statt Laborjournal. 😉
      Transformation durch Sprengstoff? Für Colibakterien? Interessant. Klingt ein bisschen nach Helge Schneider.

      Ich vermute, das hier hast Du schon gelesen: https://swestere.wordpress.com/2015/10/25/ich-lernt/ ?

      Die Tür hatte keine Klinke, bedauerlicherweise. Nur ein Schlüsselloch. Und sollte ich irgendwann auf meinem Weg mal auf den Schlüssel stoßen, werde ich ihn gerne benutzen. 🙂

      Wachsende Bewusstseinsringe sind eine schöne Sache. Allerdings können sich bei der Beschäftigung damit (zumindestens bei mir) auch ordentliche Löcher in den inneren Ringen auftun. Was passiert mit einem Baum, der von innen hohl ist?

      Und ja, Schwingungen sind eine wunderbare Möglichkeit, in Stille (oder in Tönen) miteinander in Kontakt zu gehen, das stimmt.

      🙂

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